Am Pulser in der Entwicklungsabteilung
wird der Lebenszyklus eines Produkts simuliert,
hier der einer Anhängekupplung.
Die Firma Al-Ko besteht seit 81 Jahren, und fast jeder ist schon einmal mit Produkten von Al-Ko in Berührung gekommen - wahrscheinlich ohne dies bewusst wahrgenommen zu haben. Die Produktpalette ist vielfältig und reicht von dem Bereich Garten- und Hobby, der Fahrzeugtechnik bis zur Luft- und Klimatechnik. In zahlreichen Nutzanhängern und Baumaschinen werden Teile von Al-Ko verwendet.
Die Anfänge waren bescheiden. 1931 gründete Alois Kober die Firma Al-Ko in Kötz, einem Ort zwischen Augsburg und Ulm. Ursprünglich als Dorfschmiede und Schlosserei gestartet, die für die umliegenden Landwirte arbeitete, wuchs das Unternehmen in den 50iger und 60iger zügig. Ein Meilenstein für die Entwicklung der Firma war 1953 die Entwicklung der mechanischen Auflaufbremse, die Alois Kober zum Patent anmeldete. (...)
Mit der Entwicklung der Gummifederachse begann eine neue Entwicklungsstufe. Al-Ko-Produkte fanden nun generell Eingang in Nutzanhänger bis 3,5 t und in Caravans. Als Folge dieser Entwicklung wurde Al-Ko immer internationaler. In Frankreich wurde ein Wettbewerber übernommen. Die Gründung von Tochterfirmen in England, Spanien, Schweiz und Schweden folgten zügig. 1983 fand der Sprung in die USA statt und 1986 der nach Australien.
Familienbetrieb und Global Player
Heute ist Al-Ko an 52 Standorten weltweit vertreten und beschäftigt rund 4.200 Mitarbeiter. Für 2012 wird ein Umsatz von 740 Millionen Euro erwartet. Die Firma ist zu hundert Prozent im Familienbesitz, sie wird jetzt von der dritten Generation der Familie Kober geführt. Den Vorstand bilden Harald, Raymond und Stefan und Roland Kober, der Sprecher des Vorstandes und gleichzeitig für den Bereich Fahrzeugtechnik verantwortlich ist. Mit Herbert Kober als Vorsitzenden des Aufsichtsrates ist auch noch ein Sohn des Firmengründers in der Firma tätig. (...)
Zu einer Erfolgsstory wurden alle Bereiche, die Al-Ko angepackt hat. Der Fahrzeugbereich ist mit 61 Prozent des Gesamtumsatzes das größte Segment. Garten- und Hobby tragen mit 23 Prozent und Lufttechnik mit 16 Prozent zum Umsatz bei. Knapp eine Drittel des Umsatzes (31 Prozent) werden in Deutschland erzielt, 69 Prozent in Europa und auf internationalen Märkten.
Befragt, was das Besondere an Al-Ko ausmache, das zu diesem Aufstieg führte, meinte Markus Spengler, Vice President Vertrieb Nutzanhänger, „dem Kunden über die Produkte Nutzen stiften“ sei oberster Grundsatz des Unternehmens. Das schlage sich in der Qualität und in der Innovationsfähigkeit von Al-Ko nieder. Einen weiteren Grund des Erfolgs sieht er darin, dass auch der Vorstand dicht am Kunden agiere.
Bauteile für Baumaschinen und Nutzfahrzeuge
Für die Bauwirtschaft ist der Bereich Fahrzeugtechnik besonders interessant. Die Komponenten für Nutzanhänger und die Chassis für Nutzfahrzeuge finden bei namhaften Herstellern Verwendung. Auf der Referenzliste stehen unter anderem Firmen wie Kaeser, Putzmeister, Humbaur und Sullair. In der Kunststofffertigung entstehen Motorhauben, Kotflügel und andere Kunststoffteile, die auch in Baumaschinen zum Einsatz kommen. Putzmeister und Liebherr sind hier bekannte Referenzen.
Al-Ko könne einerseits komplette Lösungen anbieten, aber auch auf ganz spezielle Kundenwünsche eingehen, sagt Hans Posthumus, Vice President und zuständig für das Marketing der Fahrzeugtechnik. Allein bei den Deichseln für Nutzanhänger kann Al-Ko standardmäßig auf Hunderte von Varianten zurückgreifen. Wem das nicht reicht: Eine 70 Mann starke Entwicklungsabteilung ermöglicht es, für jedes Problem am Nutzanhänger oder am Nutzfahrzeugchassis eine optimale Lösung zu finden.
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Funktionalität bis ins Detail
(...) Premium-Funktionalität hat sich Al-Ko ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Es ist überraschend zu sehen, mit wie vielen kleinen Details bei dem großen Programm rund um Nutzanhänger und Nutzfahrzeuge Al-Ko aufwarten kann, um dem selbst gesteckten Anspruch gerecht zu werden. Stützräder, Bowdenzüge, Achsen, Bremsen, Kupplungen, Auflaufeinrichtungen, Fahrgestelle, Federungen oder Chassis - das Programm von Al-Ko ist umfassend, und jedes Teil ist auf seine Funktion hin optimiert. Überall offenbaren sich clevere Lösungen, die dem Nutzer das Leben leichter machen, die Sicherheit und die Langlebigkeit der Produkte erhöhen.
Ein Beispiel: die höhenverstellbare Auflaufeinrichtung. Mit ihrer Hilfe kann der Anhänger an verschiedenste Zugfahrzeuge vom Pkw bis zum Lkw angekuppelt werden. Die Höhenverstellung kann leicht von einer Person bewerkstelligt werden und ist sogar bei angezogener Feststellbremse möglich. Ein besonderer Clou ist, dass die Kupplung von der Kugelkopf-Kupplung leicht auf eine bei Lkw gebräuchliche Maul-Kupplung umgerüstet werden kann. Die Zugöse, die für die Aufnahme in der Lkw-Kupplung benötigt wird, wird einfach von vorne auf die Zugstange geschoben und mit zwei Schrauben gesichert. Nach extrem kurzer Umrüstung kann der Anhänger hinter einem Lkw gezogen werden. (...)
Preisgekrönte Produkte
Für diese herausragende Innovationsfähigkeit ist Al-Ko bereits zweimal, 2011 und 2012, in die Top 100 der innovativsten Unternehmen im Mittelstand im deutschsprachigen Raum gewählt worden. (...) Mehrfach wurde das Design der Al-Ko Produkte mit international renommierten Awards ausgezeichnet wie dem „Red Dot Award“ oder dem „iF product design award“, mit dem 2012 das neue Kotflügelsystem für Nutzanhänger prämiert wurde.
Die Marke bekannt machen
Da Al-Ko den größten Teil seiner Produkte nicht an Endkunden, sondern an die Hersteller von Nutzanhängern und Baugeräten verkauft, ist ein Ziel dem Unternehmen besonders wichtig: Dass die Endkunden von Nutzanhängern oder mobilen Baugeräten bewusst danach fragen, dass Al-Ko Produkte in den Anhängern oder Geräten zum Einsatz kommen. Die hohe Qualität und die Nutzerfreundlichkeit der Produkte sollen auch beim Endkunden noch stärker bewusst werden. Anhänger- und Baugerätehersteller sollen das Al-Ko Logo als Qualitätsbeweis und verkaufsfördernd nutzen können.
Als Konsequenz wird Al-Ko auf der diesjährigen Bauma in München ausstellen. Der Champion, der bisher etwas im Verborgenen blühte, will sein Licht stärker strahlen lassen. Aus dem „hidden champion“ soll, wie es prägnant in der Marketingsprache heißt, ein „visible champion“ werden. Rudi Grimm
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