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Bessere Wege-Bauweisen für Baumstandorte gesuch

OSNABRÜCK, 01.07.11 – Jeder Radfahrer kennt das Problem: Baumwurzeln im Wegebereich führen oft zu Hebungen und Stolperkanten. Ein Forschungsprojekt befasst sich jetzt mit Bauweisen, die solche Schäden vermeiden sollen.

 

Die fertiggestellte Versuchsfläche auf dem Baumschulgelände des Kooperationspartners Bruns-Pflanzen-Export.

Bei Wegebelägen im Bereich von Baumstandorten kommt es häufig durch oberflächennahes Wurzelwachstum zu Problemen. Ärgerlich ist das auch für die Kommunen: Für sie bedeutet das hohe Instandhaltungskosten und Schädigungen der Baumwurzel durch Reparaturarbeiten.

Mit dem Ziel Wegebauweisen zu entwickeln, die das Einwurzeln von Baumwurzeln in den Schichtenaufbau von Geh- und Radwegen minimieren, startete zu Beginn des Jahres an der Hochschule Osnabrück das mehrjährige Forschungsprojekt „Wegebau an Baumstandorten – Bauweisen zur Minimierung von Schäden durch Baumwurzeln im Wegebereich“. Gefördert wird das Projekt vom Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Zudem unterstützen fünf regionale Kooperationspartner das Vorhaben. Im Rahmen des Projektes werden sowohl verschiedene Eigenschaften von Bettungsstoffen als auch unterschiedliche Bauweisen untersucht, um den genannten Problemen entgegenzuwirken. „Die Suche nach einer Lösung wird durch die Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Bauindustrie maßgeblich unterstürzt“, sagte Prof. Martin Thieme-Hack.

Versuchsflächen fertig gestellt

Am 15. Juni fand gemeinsam mit den Kooperationspartnern die Begehung der erstellten Versuchsflächen in der Baumschule Bruns, Bad Zwischenahn statt. Die Versuchsfläche wurde im April dieses Jahres fertiggestellt. Sie besteht insgesamt aus neun unterschiedlichen Bauvarianten, die sich entlang einer Baumreihe aus 19 Ulmen erstrecken. Die Bauvarianten berücksichtigen insgesamt sieben ungebundene sowie zwei teilgebundene Bauweisen. Die einzelnen Varianten unterscheiden sich in der Art der Bettungsstoffe, in den verwendeten Pflastersteinen sowie in der Art der Grenzschichtenausbildung zwischen den einzelnen Schichten des Wegebaus. Vor dem Einbau des Wegebaumaterials wurden die Baumwurzeln freigelegt und dokumentiert.

Während des Versuchsaufbaus ist bereits eine umfassende Dokumentation der Wurzeln, der Randbedingungen und der bautechnisch relevanten Daten vorgenommen worden. Diese Daten bieten die Grundlagen, um in den kommenden Jahren das Einwurzelverhalten der verschiedenen Bauweisenvarianten zu vergleichen und damit Grundlagen für eine Systembauweise zu liefern.

Das Forscherteam mit den Kooperationspartnern (v.l.): Reinhard Kaß (GaLaBau Emsland), Prof. Martin Thieme-Hack, Prof. Dr. Jürgen Bouillon, Jutta Katthage, Verena Stengel (alle Hochschule Osnabrück), Dr.-Ing. Jörn Buchholz (Tubag), Karl Sandermann (Tegra), Jan-Dieter Bruns (Baumschule Bruns)

bi-GaLaBau: Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau