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Olympiaturm Barcelona:

20 Jahre auf Sendung

ÜBERLINGEN, 07.08.12 - Der 130 Meter hohe Fernsehturm im Südwesten Barcelonas feiert in diesen Tagen sein 20-jähriges Bestehen. Der Sender für die olympischen Sommerspiele von 1992 wurde von Star-Architekt Santiago Calatrava in Form einer Fackel entworfen. Seine Hülle besteht aus Polyurethan.

 

Bauphase in Barcelona 1992: Mit speziellen PUR-Elementen wurde der Bau des außergewöhnlichen Objekts realisiert. | Fotos: puren GmbH

Ursprünglich die Basis für die
Übertragung der Sommerspiele ’92:
der “Torre Calatrava” heute.

 

Der Montjuic Communications Tower, so die offizielle Bezeichnung, wurde von der spanischen Telefongesellschaft Telefonica für die weltweite Übertragung der olympischen Sommerspiele 1992 in Auftrag gegeben. Bei seiner Fertigstellung wurde dem futuristischen Bauwerk noch eine eher eigenwillige Architektur zugeschrieben. Heute zählt der „Torre Calatrava“ zu den Wahrzeichen der spanischen Hafenstadt.
Sowohl die 68 Meter lange Antennennadel sowie das terrassen-förmige Bauteil im oberen Drittel des Turms bestehen aus speziell angefertigten Elementen. Der Entwurf der statisch wie architektonisch imposanten Konstruktion stellte höchste Ansprüche an Werkstoffe, Verfahrenstechnologie, Fertigungs-Präzision und fachliches Können. Die Elemente sollten leicht sein, aber gleichzeitig über hohe Festigkeit verfügen. Gefordert waren zudem hoher Wärme- und Kälteschutz, Witterungsbeständigkeit und absolut neutrales Verhalten gegenüber Sendesignalen.
Die weltweite Ausschreibung für diesen Teil des ehrgeizigen Gemeinschaftsprojekts konnte die puren GmbH aus Überlingen für sich entscheiden. Die deutschen Polyurethan-Spezialisten entwickelten dafür spezielle PUR-Konstruktionswerkstoffe mit besonders hoher Rohdichte, aus denen dann in eigens dafür angefertigten Formen Teile mit einer Wanddicke von 120 mm geschäumt wurden. Diese Formteile wurden beschichtet, in Barcelona auf ein Stahlskelett montiert, auf den Turm gehoben und befestigt.

Olympia und Formel Eins

Die Übertragung der Olympiade war mit der Fertigstellung 1992 gesichert. Heute reiht sich der Olympiaturm in die große Zahl der Sehenswürdigkeiten Barcelonas ein. Auch bis zur „Formel Eins“ hat es der vor einigen Jahren wohl aufgrund seiner Form und als Eigentum des damaligen Hauptsponsors geschafft: Die Erst-, Zweit- und Drittplatzierten des Rennens in Barcelona erhielten jeweils einen Calatrava-Tower als Pokal. Und noch eine Funktion übernimmt der Turm auf dem Berg Montjuic: Aufgrund seiner Form stellt er auch eine Sonnenuhr dar - Besucher können auf dem Platz vor dem Turm die Zeit ablesen.

Ein Blick in die Werkshalle bei puren: Gebaut wurden die einzelnen Elemente im Jahr 1991 in Überlingen.