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Komatsu baut Muldenkipper in Hannover

HANNOVER, 25.02.13 – Komatsu erweitert das Produktionsspektrum in Hannover ab Sommer um die Standmontage der Muldenkipper bis 46 Tonnen. Außerdem wird Hannover Standort des europäischen DPF-Reinigungscenters.

Fertig montierter Muldenkipper im Werk Hannover – durch die Verlagerung nach Deutschland macht sich Komatsu unabhängiger von Wechselkursschwankungen. | Fotos: bi

Göksel Güner, Geschäftsführer der
Komatsu Hanomag GmbH, bedauert
den Rückgang der Produktionszahlen
im Hannoveraner Werk. Tröstlich für
ihn: Hannover wird für den deutschen
Markt immer wichtiger.

Der Standort Hannover hat nach der Übernahme der Mobilbaggerproduktion im Jahr 2005 ein weitere Erweiterung des Produktionsspektrums erfahren: Spätestens ab Juni sollen hier laut Geschäftsführer Göksel Güner auch die Komatsu Starrrahmen-Muldenkipper mit 32 bis 46 Tonnen Betriebsgewicht für den europäischen Markt montiert werden. Die ersten Maschinen vom Typ HD325/405 und HD465/605 sind als Pilotgeräte schon in Hannover gefertigt worden. Die Erweiterung von anfänglich einer auf inzwischen vier Produktlinien, die Ansiedlung des Europäischen Technologiecenters EUTC in Hannover 2008 und Investitionen in Produktion und Test- und Demogelände in Höhe von etwa 50 Millionen Euro seien deutliche Belege für das Vertrauen der Konzernleitung in den Standort, sagte Güner.

Zentrale Sammelstelle für DPFs
Jetzt wurde Hannover auch als Standort des neuen Reinigungscenters für Dieselpartikelfilter ausgewählt. Es ist Teil des Service- und Supportprogramms „Komatsu Care“, das in allen Komatsu-Maschinen mit Stufe-IIIB-Motor inklusive ist. Es enthält die kostenlose Aufbereitung und den Versand von zwei Austausch-Dieselpartikelfiltern in den ersten fünf Jahren bzw. 9.000 Betriebsstunden. „Die Dieselpartikelfilter werden regelmäßig durch unsere Servicekräfte vor Ort gewartet. Sie werden hier in das Werk nach Hannover geschickt, wieder aufbereitet und zum Kunden zurück geliefert“, sagte der Leiter des Deutschlandbüros von Komatsu, Marco Maschke. Komatsu reagiert damit auf die Verunsicherung vieler Kunden durch die Stufe IIIB-Abgasbestimmungen und nimmt ihnen die „Last“ der Wartung ab.

Marco Maschke, Leiter des deutschen
Vertriebsbüros von Komatsu, sieht
keinen Grund zur Besorgnis: Die Ma-
schinenverkäufe in Deutschland liegen
trotz Rückgangs noch immer auf dem
durchschnittlichen Niveau der letzten
13 Jahre.

Nachfrage bröckelt
Komatsu konnte im Werk Hannover im vergangenen Jahr nicht das sehr gute Ergebnis von 2011 halten; die Auslieferungen gingen mit rund 1500 etwa auf das Niveau von 2010 zurück. Im ganzen Jahr 2012 entwickelte sich die Nachfrage rückläufig und lag Ende des Jahres kumuliert um 12,5 Prozent unter den Zahlen von 2011. Dennoch sieht Maschke derzeit keinen Grund für übertriebenen Pessimismus. „Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Märkten haben wir es in Deutschland geschafft, uns durch diverse konjunkturelle Maßnahmen sehr schnell wieder aus dieser Krise zu befreien“, sagte er. Zum Ende des Geschäftsjahres 2012 habe Komatsu fast schon wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. Was jetzt wie eine etwas vorsichtigere Prognose der Absatzzahlen aussehe, spiele sich mit rund 22.000 Einheiten immerhin noch auf dem Niveau des 13-jährigen Durchschnitts ab, betonte Maschke.

Deutscher Markt immer wichtiger
Die relative Stabilität des deutschen Marktes in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass sich die Gewichte innerhalb Europas verschoben haben. Bei den Radladern über 80 PS Leistung zum Beispiel konnte der deutsche Markt seine Bedeutung deutlich steigern. „Vor der Krise 2005 hatte Deutschland einen Anteil von 22 Prozent, heute macht Deutschland über alle Radlader über 80 PS hinweg einen Anteil von 33 Prozent in Europa aus.“ Alle in Hannover produzierten Radlader und Mobilbagger machen zusammen genommen inzwischen etwa 50 Prozent des Maschinenabsatzes von Komatsu in Deutschland aus. Deshalb haben sich die Japaner bei der Entwicklung der neuen „Strich 7“-Radladergeneration speziell auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes konzentriert.

Komatsu hat in Hannover Platz für die Muldenkipper geschaffen: Die ersten wurden schon als Pilotgeräte gefertigt, Start der Serienproduktion ist im Mai oder Juni.