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Baukonjunktur:

2012 schließt mit magerem Umsatzplus

BERLIN, 26.02.13 - Der frühe Wintereinbruch hat die Jahresbilanz 2012 des Bauhauptgewerbes verhagelt: Der Umsatz brach im Dezember um 10 Prozent ein. Das Gesamtjahr schließt mit einem Umsatzplus von mageren 0,5 Prozent.
 

Dass der vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie zu Jahresbeginn erwartete Umsatzanstieg von nominal 1,5 % nicht erreicht wurde, sei hauptsächlich auf den frühen und heftigen Wintereinbruch im Dezember zurückzuführen, so der Verband: Jedes zweite Bauunternehmen meldete im Rahmen des ifo Konjunkturtest eine witterungsbedingte Behinderung seiner Bautätigkeit. Entsprechend stark brach der Umsatz ein (  9,8 %). Hinzu kam ein statistischer Basiseffekt: Der Umsatz war im Dezember 2011 um 24 % gestiegen. Aber auch die fehlenden Arbeitstage aufgrund der arbeitnehmerfreundlichen Lage der Weihnachtsfeiertage wirkten sich negativ aus: Den Bauunternehmen standen im Dezember 2012 vier Arbeitstage weniger zur Verfügung als im Vorjahresmonat.

Umsatzplus von 2 % für 2013 erwartet

Für 2013 ist der Hauptverband aber optimistisch. Die Bauunternehmen sind mit einem hohen Auftragsbestand ins neue Jahr gegangen, weil aufgrund der schlechten Witterung zu Ende des Jahres viele Aufträge nicht abgearbeitet werden konnten. Die Produktion werde sich somit in das laufende Jahr verschieben. Hinzu komme, dass das Gesamtjahr 2012 mit einem Auftragseingangsplus von 6,8 % schließe, trotz eines Orderrückgang im Dezember von nominal 4,5 %. Entsprechend zuversichtlich sind die Bauunternehmen: Für das laufende Jahr rechnen 82 % der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zur Konjunktur befragten Bauunternehmen eine bessere bzw. gleichbleibende Geschäftslage. Aus diesem Grund geht der Hauptverband für 2013 von einem Umsatzplus von nominal 2 % aus. Für die Beschäftigung erwartet der Verband eine Stabilisierung auf Vorjahresniveau – nach einem Personalaufbau um 1,5 % bzw. 11.000 Personen auf 745.000 Beschäftigte im Jahr 2012.

Wohnungsbau deutlich überm Vorjahr

Gestützt wurde die Baukonjunktur 2012 vor allem vom Wohnungsbau, der von der Unsicherheit auf den Finanzmärkten, den niedrigen Zinsen und der guten Arbeitsmarktlage profitierte: Sowohl der Umsatz (+ 4,7 %) als auch der Auftragseingang (+ 9,2 %) lagen deutlich über dem Vorjahresniveau. Daran konnte auch der Rückgang im Dezember nichts ändern (- 10,0 % bzw.   4,8 %).

Wirtschaftsbau mit robusten Zahlen

Trotz zunehmender gesamtwirtschaftlicher Abschwächung hat sich der Wirtschaftsbau 2012 robust entwickelt: Der Umsatz stieg um nominal 1,4 %, der Auftragseingang legte sogar um 5,2 % zu. Positiv sei zudem, so der Verband, dass die Bauunternehmen im Dezember für diese Bausparte bessere Zahlen meldeten als im Durchschnitt der Branche: Der Umsatz sank lediglich um 4,1 % und der Auftragseingang nur um 0,6 %. Die Perspektiven für 2013 sind weiterhin gut: Laut DIHK-Umfrage planen 77 % der befragten Industrieunternehmen, ihre Investitionsbudgets auf dem Vorjahresniveau zu halten oder sogar auszuweiten.

Öffentliche Hand friert Investitionen ein

Belastet wird die Entwicklung im Bauhauptgewerbe durch die Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand: Die Baubetriebe meldeten für das Gesamtjahr 2012 für den öffentlichen Bau einen Umsatzrückgang von 5,5 %. Die Gebietskörperschaften hätten besonders im Dezember ihre Investitionen eingefroren, so der Verband: Der Umsatz brach um 16,9 % und der Auftragseingang um 9,7 % ein. Nur einigen Großprojekten sei es zu verdanken, dass der Ordereingang im Gesamtjahr 2012 mit + 7,6 % noch relativ positiv ausfalle, hieß es vom Hauptverband. Es sei zu hoffen, dass die Aufträge im laufenden Jahr produktionswirksam würden. bb