Kletterturm Imst: Spengler meistern „Erstbesteigung“
MARKTL, 02.12.11 – Für die Eindeckung einer Kletterturmüberdachung in Tirol waren Spengler mit alpiner Erfahrung gefragt: Dachneigungen zwischen 25 und 90 Grad waren zu bewältigen. Da traute sich erst einmal niemand heran.
Dachneigungen bis zu 90 Grad - da musste erst ein Spengler gefunden werden, der sich Arbeiten unter diesen Umständen zutraut.
Der moderne Kletterturm in Imst ist ein Vorzeigeobjekt und eine absolute Bereicherung für die kletterbegeisterten Sportler in Tirol und Umgebung, da waren sich von Beginn an alle einig. Bei der ursprünglich geplanten Dacheindeckung allerdings schieden sich die Geister, und zwar gehörig. Kein Spenglerbetrieb fand sich, der die komplexe Dachgeometrie in der geplanten Doppelstehfalz-Technik auf einer Holzunterkonstruktion eindecken wollte. Also wandte sich Architekt Markus Volgger an Harald Kronthaler, Projektentwickler von Dach- und Fassadensystemen bei Prefa. Gemeinsam mit dem ortsansässigen Spengler-Fachbetrieb Dachform fand man in der kleinteiligen Prefa Fassadenschindel die optimale Lösung für die Dacheindeckung des Kletterturms. „Eine CAD-Visualisierung verschiedenster Varianten unterstrich die Vorteile eines kleinteiligen Schindelsystems und überzeugte schließlich auch Architekt Volgger“, erklärt Harald Kronthaler. „Das kleine Format, das ab 25 Grad Neigung eingesetzt werden darf, ermöglicht es, einen bedeutenden Anteil der flachen Dachknicke und Wölbungen ohne unterbrechende Grate und Kehlen fließend durchzudecken, und somit ein homogenes Oberflächenbild zu schaffen.“
Technische Perfektion im Detail
Um die zwanzig Meter hohe Kletterhalle harmonisch in die umliegende Alpenlandschaft einfügen zu können, wählte das Architektenteam eine Dach- und Fassadenschindel mit einem Deckmaß von 420 x 240 Millimeter in der Farbe Silbermetallic. Das Verlegesystem der 3/4-Teilung garantierte das homogene Erscheinungsbild der Fassadenflächen. Als Untergrund wurde eine 24 Millimeter dicke Holzschalung mit Trennlage aufgebracht. Die sehr leichte Schindel besteht aus farbbeschichtetem Aluminium in 0,7 Millimeter Dicke und einer Zweischicht-Einbrennlackierung. Für 1 m² Fläche werden zehn Schindeln benötigt, die zusammen nur 2,3 Kilogramm wiegen. Die erforderliche Sturmsicherheit gewährleisten Falze auf der Längs- und Querseite, die einen wetterfesten und kraftschlüssigen Verbund bieten.
Die Bedachung wurde den Tiroler Bergen optisch nachempfunden. Eingedeckt wurde mit kleinteiligen Fassadenschindeln vom Aluminiumspezialisten Prefa. | Fotos: Prefa
Sportliche Höchstleistungen bei der Eindeckung
Für die Arbeiten vor Ort musste das Team der Fa. Dachform sportlich alpine Erfahrung mitbringen. „Die Herausforderung waren die unterschiedlichen Dachneigungen von 25 bis 90 Grad. Da aus diesem Grund auch nur ein kleiner Bereich eingerüstet werden konnte, waren Bergsteigergeschirr und seilgesicherte Arbeitsbühnen erforderlich, um die 800 m² Dachflächen mit Holzunterkonstruktion, Trennlage und etwa 8.000 Schindeln fachgerecht zu decken“, beschreibt Erwin Haid, Geschäftsführer der Firma Dachform, den Einsatz seiner Spengler. Lediglich auf der obersten Ebene reduziert sich die Dachneigung auf fünf Grad, sodass etwa 200 m² im Prefa Stehfalzsystem aus falzbarem Aluminium gedeckt wurden.