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Für die Schriftzüge wurden spezielle Matrizen der Firma Reckli hergestellt, die dann in die Schalung gelegt wurden. | Foto:BetonBild

Klangvolle Namen in Beton

HERNE, 19.07.12 – Das neue RAG Montan Immobilien-Gebäude wurde mit einer aufwändigen Vorhangfassade realisiert. Ihre Besonderheit sind Sockelelemente aus Beton, in mithilfe von Matritzen bedeutsame Namen eingearbeitet wurden.

Im Frühjahr wurde auf dem Kokerei-Areal des Unesco-Welterbes Zollverein in Essen nach 15 Monaten Bauzeit der neue Unternehmenssitz der RAG Montan Immobilien eingeweiht. Der Neubau verfügt über zahlreiche Büro- und Konferenzräume und bietet 250 Mitarbeitern Platz. Ein besonderes gestalterisches Highlight des Gebäudes ist die vorgehängte Sockelverkleidung aus Sichtbeton-Elementen. Durch den Einsatz elastischer Kunststoffmatrizen wurden die Namen aller Projekte der RAG Montan Immobilien kunstvoll in die Fassade eingearbeitet. So finden sich dort zum Beispiel die Bezeichnungen „Logistikpark Fürst Hardenberg“ und „Gewerbegebiet Monopol“.

Die Herstellung der Sockelverkleidung erfolgte im Werk des Betonfertigteil-Spezialisten Hering Bau in Burbach. Gefertigt wurden insgesamt 32 Sockelelemente mit einem Format von jeweils ca. 3,00 x 2,70 Metern. Bei der Fassadenstruktur entschieden sich die Verantwortlichen für einen anthrazitfarbigen Beton mit glitzerndem Labradormaterial.

Die Betonoberfläche wurde zur Veredelung fein gesäuert. Dabei wurde die oberste Feinmörtelschicht durch ein spezielles Gel entfernt, was die Oberfläche künstlich anraut und besonders hochwertig erscheinen lässt. Eine besondere Herausforderung war die Einarbeitung der Buchstaben. Um ein Ausbrechen der Buchstaben zu verhindern und die gewünschte Scharfkantigkeit an den Ecken zu erreichen, wurden spezielle Gummi-Matrizen hergestellt, die dann in der Schalung verklebt wurden. „Der Einsatz elastischer Matrizen ermöglicht ein absolut scharfkantiges und einwandfreies Entschalen, ohne dass das Betonelement dabei beschädigt wird“ so Sven Kosjak, Leiter des Modellbaus bei Reckli.

Hier war eine millimetergenaue Fertigung und höchste Präzision erforderlich. Günter Haas, verantwortlich für die Produktion bei Hering Bau: „Die Schriftzüge gehen von einem ins andere Wort über, die Abstände zwischen den Buchstaben variieren und darüber hinaus verfügen sie über unterschiedliche Tiefen von 0,5 bis 1 Zentimeter. Hinzu kam, dass die Schriftzüge teils über mehrere Betonplatten laufen. Also mussten die Buchstaben so angeordnet werden, dass keine störenden Fugen an den Übergängen zu sehen sind.“ Drei unterschiedliche Betonelemente mit insgesamt 9 Metern Länge wurden benötigt. Die dauerelastischen Kunststoffmatrizen ermöglichten dabei ein vielfaches Entschalen. Auf diese Weise konnten die Elemente entsprechend mehrfach reproduziert werden. Sven Kosjak: „Die hohe Wiederverwendbarkeit der Matrizen macht daher auch ein solch architektonisch individuelles Bauvorhaben noch wirtschaftlich.“ Diese wurden entsprechend mehrfach reproduziert.

Die Fassade am Gebäudesockel wurde als vorgehängte hinterlüftete Konstruktion geplant. Da die darüber liegende Klinkerfassade bei der Montage schon vorhanden war, mussten die Sichtbetonelemente mit einem Stapler montiert werden. Dazu wurden die Platten an die Wand gestellt und dann mit Windankern verschraubt.

Für die Befestigungspunkte wurde beim Betonieren der Buchstaben „O“ und „A“ der innenliegende Kreis ausgespart. Im Labor von Hering wurden genau für diese Stellen runde Deckel gefertigt, welche die Befestigung abdecken und optisch unsichtbar machen.