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Der fast unsichtbare Weg durchs Wasser

BREMEN, 01.06.12 - Eine Brücke in der niederländischen Provinz Nordbrabant führt nicht über, sondern durch’s Wasser. Von Weitem scheint es, als würde sich das Wasser teilen, nur die Köpfe der Passanten sind zu sehen. Und noch etwas ist ungewöhnlich: Sie besteht aus Holz.

 

Außergewöhnlicher Besucher-Steg: Wie unsichtbar führt der Weg durch den Wassergraben und den Wall hinauf. | Foto: Accoya

 

Die Brücke selbst ist aus der Distanz nicht zu sehen, nur die Köpfe der Besucher ragen aus dem Wasser empor. Erst beim Näherkommen wird der Graben sichtbar, der das Überqueren „unter Wasser“ auf trockenem Fuße ermöglicht.
Sie ist Brücke und Graben zugleich und macht die alte Verteidigungsanlage des „Fort de Roovere“ aus dem 17. Jahrhundert wieder zugänglich. Die Brücke verläuft entlang der Uferschräge und unterhalb der Wasseroberfläche – damit fügt sie sich nahtlos in die Konturen der Anlage ein. Verantwortlich für die gelungene Symbiose aus Architektur, Natur und Geschichte ist das Architektenbüro RO&AD, Ro Koster und Ad Kil. Für die Realisierung der außergewöhnlichen Brücke wählten sie einen natürlichen und gleichzeitig widerstandsfähigen Werkstoff, dem auch Wasser nichts anhaben kann – Accoya-Holz. Das acetylierte Holz hat sich bereits in der Praxis bewährt, sowohl im Kontakt mit Wasser als auch in der Berührung mikroebenreicher Erde und Luft.

Die Brücke des „Fort de Roovere“ besteht aus einer Gehfläche und Treppenstufen aus Hartholz, die von Spundwänden aus Accoya-Bohlen umschlossen sind. Accoya-Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern mit FSC- und PEFC-Zertifizierung. Das Hightech-Holz werde durch einen ungiftigen Modifikationsprozess gewonnen und erhalte dadurch seine hohe Dimensionsstabilität und Maßhaltigkeit. „Accoya-Holz ist bestens für Holzkonstruktionen im Freien geeignet – sei es für Bodenbeläge, Verschalungen oder Deckwerk bei Kanälen und Brücken“, erläutert Victor Vos , Vertriebsleiter Europa der Herstellerfirma Accsys Technologies. weiter. Mit einer garantierten Nutzungsdauer von 50 Jahren bei oberirdischer Verwendung und 25 Jahren mit Erdberührung ist es wesentlich strapazierfähiger und langlebiger als tropische Harthölzer. Zudem ist es resistent gegen Fäule, Zersetzung und Schimmelpilze und entspricht damit dem Dauerhaftigkeitsstatus Klasse 1.
In Deutschland wird Accoya vom Holzimporteur und -großhändler Enno Roggemann GmbH & Co. KG exklusiv vertrieben.

Architekt Ad Kil erläutert die Laufgrabenbrücke - allerdings in seiner Muttersprache.