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Rohrleitungsforum im Zeichen der Energiewende

OLDENBURG, 23.02.12 - „Rohrleitungen in neuen Energieversorgungskonzepten“ – das Thema bewegt die Branche, seit vor gut einem Jahr die vielzitierte Energiewende eingeleitet worden ist und stand deshalb zurecht als Motto im Mittelpunkt des 26. Oldenburger Rohrleitungsforums.

 

Erster Rundgang zur Ausstellungseröffnung (v.r.): Holger Barkowsky, Bürgermeister von Wilhelmshaven, Axel Frerichs, OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband, Germaid Eilers-Dörfler, Bürgermeisterin von Oldenburg, BEE-Präsident Dietmar Schütz und Prof. Thomas Wegener, iro-Geschäftsführer.

Welche Auswirkungen hat dies auf unser Land? Worauf müssen sich Netzbetreiber, Kommunen, Planer, Leitungsbauunternehmen und Verbraucher einstellen? Woraus gewinnen wir in Zukunft unsere Energie? Was hat das alles für Folgen auf unsere Infrastruktur, insbesondere die Rohrleitungen? Diesen und anderen Fragestellungen haben sich Referenten, Moderatoren und Zuhörer auf dem Forum ausführlich gewidmet. Wenn auch nicht alle Fragen abschließend geklärt werden konnten, so gab es doch erste Antworten und interessante Impulse. Wie in jedem Jahr wurde unter den mehr als 3.000 Teilnehmern und rund 320 Ausstellern viel diskutiert und gefachsimpelt: In den Vortragsblöcken, auf der Pressekonferenz, bei der Diskussion im Cafe, auf den Gängen der Fachhochschule und den Ständen der ausstellenden Unternehmen und Verbände. Auch das macht den Reiz der Oldenburger Veranstaltung aus. 
Das Rohrleitungen im Rahmen der neuen Versorgungskonzepte auch zukünftig eine Rolle spielen, wurde bereits während der von Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e.V. und Geschäftsführer der iro GmbH Oldenburg moderierten Eröffnungsveranstaltung deutlich, in der Dipl.-Ing. Axel Frerichs vom OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband mit seinem Vortrag über „Abwasserwärme in Oldenburg“ ein gemeinsames Pilotprojekt von OOVW und iro vorstellte. Hierbei wird dem Abwasser Wärme entzogen und für die Heizung des iro-Verwaltungsgebäudes nutzbar gemacht.

Dichtes Gedränge wie in jedem Jahr: 75 studentische Hilfskräfte tragen zum reibungslosen Ablauf des Forums und der begleitenden Fachausstellung bei.

 

Breites Spektrum

Ein interessanter und vielversprechender Ansatz in Zeiten eines grundlegenden energiepolitischen Wandels, in denen sich die Blicke verstärkt auf erneuerbare Energien und alternativ nutzbare Ressourcen richten. Allerdings nur einer von vielen. Was alles möglich ist, wurde in Oldenburg vorgestellt und besprochen: Netz- und werkstoffübergreifend und unter Berücksichtigung von technischen, organisatorischen, rechtlichen, qualitativen, ökonomischen und ökologischen Aspekten des Netzbetriebes. Themen wie „Innovationen bei den Rohrleitungsmaterialien“ standen dabei ebenso im Fokus wie „Betriebssysteme und EDV – Anwendungen“, „Aktuelles vom Rohrleitungsmarkt“ oder die geänderte Nutzung von Strom-, Gas- und Wassernetzen oder die Potentiale von intelligenten Netzen (Smart Grids) sowie die Nutzung von Fernkälte und Gashochdruckleitungen.

Märkte und Chancen

Der Wandel in der Energiewirtschaft wird unser volkswirtschaftliches Handeln in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich beeinflussen. Der zukünftige Umgang mit den Gas- und Stromnetzen, der Bau von Großpipelines, der Ausbau der Breitbandnetze und die Entwicklung von alternativen Energiekonzepten sorgen für geänderte Rahmenbedingungen und Spielregeln, an denen sich kommunale Auftraggeber, Netzbetreiber, Planer, Leitungsbauer, Unternehmen und Verbände gleichermaßen orientieren müssen. Während in den letzten Jahren hauptsächlich über den Zustand der Netze diskutiert wurde, werden nun neue Aufgabenfelder definiert, die sich aus der Energiewende ergeben. Neue Märkte – neue Chancen, auch dieses Denken bestimmte die Atmosphäre auf dem diesjährigen Oldenburger Rohrleitungsforum. Dabei ist schnelles und weitsichtiges Handeln erforderlich. Es geht um die Bewältigung der Gesamtaufgabe Energiewende, deren erfolgreiche Umsetzung neben Engagement, zukunftsträchtigen Konzepten und politischer Unterstützung insbesondere Fachwissen der handelnden Personen. Denn für den Ausbau der Netze werden innovative Techniken und Bauunternehmen benötigt, die in ausreichender Menge qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stellen können.
Nicht zuletzt in diesem Zusammenhang wies Prof. Thomas Wegener darauf hin, das auch die Hochschulen in der Pflicht seien, für den nötigen ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchs zu sorgen. „Die Politik hat einen neuen Rahmen geschaffen und Spielregeln vorgegeben“, so Wegener. „Und hieran muss unsere Ingenieur- und Technikerausbildung angepasst werden.“

Ingenieurleistungen der Kanalsanierung im Spannungsfeld lautete das Thema der diesjährigen Diskussion im Cafe. | Fotos: iro